Geringwertige Wirtschaftsgüter: So schreiben Sie GWG betriebsprüfungssicher ab
Veröffentlicht am 12.07.2019
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Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) sind Investitionen in das Anlagevermögen, die eine gesetzlich festgelegten Anschaffungspreis nicht überschreiten. Dem Anlagevermögen eines Unternehmens werden sämtliche Gegenstände zugeordnet, die dem Betriebszweck dienen und nicht zur Veräußerung vorgesehen sind.

Geringwertige Wirtschaftsgüter müssen zudem folgende Charakteristika aufweisen:

- beweglich
- abnutzbar
- selbstständig nutzbar

Sämtliche Gegenstände, die diese Voraussetzungen erfüllen, werden vom Finanzamt als geringwertige Wirtschaftsgüter behandelt und können sich daher noch im Anschaffungsjahr mindernd auf den Gewinn und damit auf die Steuerlast auswirken.

Beispiele sind unter anderem Büromöbel, Multifunktionsgeräte mit Fax- und/oder Kopierfunktion oder auch eine Kaffeemaschine. Ersatzteile für die genannten Bürogeräte sind dagegen nicht selbstständig nutzbar und werden daher nicht als GWG vom Finanzamt anerkannt. Auch PC-Drucker, die lediglich über einen Computer bedienbar und somit nicht selbstständig nutzbar sind, gelten nicht als geringwertige Wirtschaftsgüter.

Die möglichen GWG-Abschreibungsmöglichkeiten

Abhängig vom Anschaffungspreis können betriebliche Anschaffungen folgendermaßen abgeschrieben werden:

1. Sofortige Betriebsausgabe oder Abschreibung über Nutzungsdauer laut AfA-Tabelle   bei Anschaffungen bis 250 Euro ohne Aufzeichnungspflicht


2. Sofortabschreibung oder Sammelabschreibung oder Abschreibung über Nutzungsdauer laut AfA-Tabelle bei Anschaffungen zwischen 250 und 800,00 Euro netto mit Aufzeichnungspflicht


3. Sammelabschreibung (auch Poolabschreibung) oder Abschreibung über Nutzungsdauer laut AfA-Tabelle bei Anschaffungen von mehr als 250 Euro und höchstens 1.000 Euro netto


4. Abschreibung über Nutzungsdauer laut AfA-Tabelle bei Anschaffungen über 1.000 Euro netto

Die Punkte 1 und 4 zählen nicht zu den geringwertigen Wirtschaftsgütern. Berücksichtigt werden muss zudem, dass in jedem Fall der Netto-Anschaffungspreis ausschlaggebend ist. Hierbei werden auch Versicherung und Transport beim Anschaffungspreis berücksichtigt.

Sofortabschreibung vs. Sammelabschreibung

Seit 2010 ist die Sammelabschreibung nicht mehr Pflicht, sondern steht neben der regulären Abschreibung zur Wahl. Daher können sich Unternehmer bei Anschaffungen zwischen 250,01 und 1000 Euro zwischen Sofortabschreibung und Poolabschreibung entscheiden und müssen das jeweils vorteilhafteste Abschreibungsverfahren kalkulieren, da nicht beide Verfahren gleichzeitig angewandt werden dürfen.

Ein Vorteil der Sofortabschreibung ist der geringere Aufwand. Abhängig von der Menge der angeschafften Güter sowie vom erwarteten Gewinn kann eine Sammelabschreibung sinnvoller sein.

Bei der Sammelabschreibung müssen sämtliche im Veranlagungszeitraum erworbenen Güter über einen Zeitraum von 5 Jahren abgeschrieben werden - auch dann, wenn diese zwischenzeitlich beschädigt oder entwendet wurden. Entsprechend kann sich eine Sammelabschreibung bei längeren Abschreibungszeiten lohnen. So beträgt beispielsweise die Nutzungsdauer für Büromöbel gemäß aktueller AfA-Tabelle 13 Jahre. Im Rahmen einer Sammelabschreibung können diese gemeinsam mit allen anderen im Veranlagungszeitraum angeschafften GWG über 5 Jahre abgeschrieben werden.

Steuern sparen beim Jahresabschluss

Die Wahl des Abschreibungsverfahrens ist maßgeblich von der Gewinnerwartung in den Folgejahren abhängig.

Erwartet ein Unternehmen im Folgejahr aufgrund einer guten Auftragslage ein gutes Geschäftsjahr kann eine Sammelabschreibung sinnvoll sein, um die Abschreibungsmöglichkeiten in die Folgejahre zu verschieben und damit die Steuerlast in diesen Jahren zu reduzieren. Dies gilt insbesondere, wenn das aktuelle Jahr nicht sehr erfolgreich war und die Steuerlast niedrig ist.

Andersherum ist eine Sofortabschreibung bei Anschaffungen zwischen 250,01 und 800,00 Euro sinnvoll, wenn beim Jahresabschluss zur Vermeidung von Steuernachzahlungen höhere Betriebsausgaben erforderlich werden. Bei Überschreitung der GWG-Höchstgrenzen kann darüber hinaus folgendermaßen vorgegangen werden:

1.) Bei geringfügiger Überschreitung der GWG-Höchstgrenzen kann mit dem Verkäufer über einen Preisnachlass/Rabatt verhandelt werden.

2). Bei größeren Anschaffungen (beispielsweise Büromöbel für mehrere Mitarbeiter) über 1000 Euro kann eine Aufschlüsselung der Gesamtrechnung auf die einzelnen Gegenstände eine GWG-Anschreibung mit korrespondierendem Wahlrecht möglich sein.  

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