Midijobs Änderung ab Juli 2019
Veröffentlicht am 26.06.2019
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Midijobs Änderung 2019 und die Buchhaltung

Ab dem 1. Juli 2019 gilt für sogenannte Midijobs eine neue Obergrenze. Diese wird von bisher 850 Euro auf 1300 Euro angehoben. Das bedeutet: Mehr Arbeitnehmer können von günstigeren Sozialabgaben profitieren. Für den Arbeitgeber gibt es bei der Entgeltabrechnung einige Punkte zu beachten.

Im Gegensatz zu Minijobbern sind Midijobber voll sozialversicherungspflichtig. Vorteilhaft ist für sie jedoch, dass die Arbeitnehmerbeträge bis zu einer Obergrenze verringert sind. Die verringerten Rentenversicherungsbeiträge sollen nun keine geringeren Rentenleistungen mehr nach sich ziehen. Die Abgabenlast steigt gleitend an, um zu verhindern, dass diese bei einer Überschreitung der Minijobgrenze abrupt steigt.

Midijobs Änderung 2019: Beitragsberechnung

Die Entgeltabrechnung erfolgt nun über eine etwas kompliziertere Formel in drei Schritten:

  • Ermittlung des Gesamtbeitrags auf Basis der reduzierten beitragspflichtigen Einnahmen.
  • Ermittlung des Arbeitgeberanteils basierend auf dem tatsächlichen Arbeitsentgelt.
  • Ermittlung des Arbeitnehmeranteils durch Subtraktion des Arbeitgeberanteils vom gesamten Beitrag.

Erreicht der Arbeitnehmer mit seinem Lohn die Obergrenze für Midijobs, ist für ihn die Abgabenlast die gleiche wie für alle anderen Arbeitnehmer.

Wer ist Midijobber?

Wer Midijobber ist, wird anhand des durchschnittlichen monatlichen Lohns bestimmt.
Bei Beginn oder Änderung einer Beschäftigung werden alle zu erwartenden Einnahmen in den nächsten 12 Monaten addiert und durch 12 geteilt. Jeder, der dabei mindestens 450,01 Euro erreicht, ist Midijobber. Bisher betrug die Obergrenze für den Midijobber 850 Euro. Das ändert sich ab dem 01.07.2019 auf 1300 Euro.
Nach der neuen Midijobformel wird das beitragspflichtige Arbeitsentgelt wie folgt berechnet:

F x 450 + ([1300/(1300-450)] - [450/(1300-450)] x F) x (AE - 450)

Der wesentliche Parameter dieser Formel ist F. Er orientiert sich am Gesamtsozialversicherungsbeitrag und hat sich schon zum 01.01.2019 verändert.

Heutige Midijobbern, die 850 Euro monatlich erhalten, werden mit 20 Prozent der üblichen Abgabenlast belegt. Ab dem Juli 2019 werden sie nur höchstens 18 Prozent abgeben müssen. Die volle Abgabenlast trifft sie künftig erst bei monatlichen Löhnen von 1300 Euro.

Umsetzung der neuen Höchstgrenze

Für alle betroffenen Arbeitnehmer muss eine vorausschauende Betrachtung der Löhne vorgenommen werden. Es ist dann zu entscheiden, ob der Arbeitnehmer mit seinem Einkommen im Rahmen des Übergangsbereiches liegt.

Umsetzung der Entgeltabrechnung

Zum 01.07.2019 wird das Kennzeichen Gleitzone in das Kennzeichen Midijob geändert.

Die bestehenden Ziffern 0, 1 und 2 bedeuten dann:

0 => kein Arbeitsentgelt im Rahmen des § 20 Abs. 2 SGB IV
1 => Arbeitsentgelt innerhalb des Rahmens des § 20 Abs. 2 SGB IV
2 = Arbeitsentgelt innerhalb und außerhalb des Rahmens des § 20 Abs. 2 SGB IV


Wann ist keine Meldung nötig?

Wenn Arbeitnehmer sich ab 1. Juli 2019 zum ersten Mal im Übergangsbereich bewegen, also mindestens 450,01 Euro und höchstens 1300 Euro verdienen, ist keine Ab- oder Anmeldung nötig, um das Kennzeichen Midijob zu setzen. Das brauchen Arbeitgeber erst bei der nächsten Entgeltmeldung (wie etwa Unterbrechungs- oder Jahresmeldung) zu tun.

Verzichtserklärungen aufbewahren

Arbeitgeber fragen sich, wie sie mit vorhandenen Verzichtserklärungen umgehen sollen. Die bisherige Aufbewahrungspflicht ist mit Aufgabe der Verzichtsmöglichkeiten in der Beitragsverfahrensverordnung weggefallen. Trotzdem sollten vorhandene Verzichtserklärungen nicht sofort vernichtet werden.


Angabe des zusätzlichen Lohns schon ab 1. Juli 2019

Ursprünglich war vorgesehen, dass die Angabe des tatsächlichen Lohns erst zum 01.01.2020 umzusetzen ist. Doch dieser Termin wurde auf den 01.07.2019 vorgezogen. Nun sind spezielle Regelungen nötig, weil im laufenden Jahr ein Wechsel zwischen Gleitzone und Übergangsbereich stattfindet.

Für Meldezeiträume vor dem 01.07.2019 gilt beim Kennzeichen Midijob:

0 => Verzicht auf Anwendung der Gleitzone
1 => Lohn in der Gleitzone
2 => Lohn innerhalb und außerhalb der Gleitzone


Für Meldezeiträume über den 30.06.2019 hinaus gilt beim Kennzeichen Midijob:

0 => Verzicht auf Anwendung der Gleitzone vor Juli 2019
1 => Löhne durchgehend in Gleitzone oder nach 30.06.2019 im Übergangsbereich
2 => Löhne innerhalb und außerhalb der Gleitzone oder nach 30.06.2019 im Übergangsbereich

Zusätzlich ist der Lohn anzugeben, der maßgeblich für die Rentenberechnung ist.

Wie können die Sozialabgaben für Midijobber berechnet werden?

Bisher können die Sozialabgaben gut über die Gleitzonenrechner und entsprechende Lohnbuchhaltungsprogramme berechnet werden. Ab dem 01.07.19 ermittelt unsere Finanzmanagement Software selbstverständlich auch den Übergangsbereich für Löhne bis 1300 Euro.

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns. Wir freuen uns auf Sie! 



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